Was ist Bluegras?
   
   
   
   
 

Auch dies ist Bluegrass. Gefunden in einem Amerikanischen Pflanzenbuch. Nein, ich meine bestimmt nicht diese Pflanze, ob schon sie für die Namensgebung wichtig war. Der Landstrich in Kentucky, auf welchem hauptsächlich dieses Gras wächst, schimmert bei Mondesschein bläulich, von daher auch der Name "Blaues Gras", Bluegrass. Auch mit Blues hat es keine verwandtnis.

Bluegrass ist eine Musikrichtung
Eine genaue Definition wird schwierig, da es keine genauen Richtlinien und Musikformeln gibt. Der Name "Bluegrass" kannte man schon seit den dreissiger Jahren, als Bill Monroe seine Band nach diesem Gebiet in Kentucky benannte. "Bluegrass Boys". (Früher wurden die Band Namen noch nach Gebieten oder Landschaften benannt. Wie z.B. Valley Boys, Mountain Boys, River Boys, usw.) Monroe experimentierte damals, auf der Suche nach dem richtigen Sound.
Später ca. 1945 wurde dann seine Interpretationsweise der Hillbilly- und Country- Musik, in Bluegrass umbenannt.
Als Lester Flatt und Earl Scruggs in Monroes Band kamen, war dieser Sound, der sich dann Bluegrass nannte perfekt. Und heute, auch noch nach seinem Tode, wird Bill Monroe als Vater der Bluegrass Musik angesehen. Vor allem das fünfsaitige Banjo war es, was Bluegrass so unverwechselbar machte.
Dieses Instrument wurde aus Afrika importiert (damals noch vier Saitig) und ist sozusagen ein „schwarzes“ Instrument.
Es wurde von einem Engländer auf fünf Saiten umkonstruiert und ebenfalls ein weisser entwickelte dazu eine spezielle Fingertechnik (Dreifingertechnik, Daumen, Mittelfinger und Zeigefinger). Dieser weisse Banjospieler war Earl Scruggs, genau dieser Earl Scruggs der bei den Bluegrass Boys spielte. So entstand dank ihm der noch heute angewandte "Scruggs-Stil" dieses, schnelle, kraftvolle, geschmeidige und präzise Fingerspiel. Seit 1950, als Lester Flatt und Earl Scruggs sich von Bill Monroe trennten und sich selbständig machten, galten Flatt und Scruggs mit ihren Foggy Mountain Boys als die bedeutenden Bluegrass- Interpreten. Aber nicht nur das Banjo ist wichtig, sondern auch der Gesang. Besonders der Harmoniegesang, welcher vor allem im Refrain meistens zwei oder drei stimmig gesungen wird.

Ich teile Bluegrass in drei Kategorien ein:
Traditionell: Beim Traditionellen wird nur die authentische Bluegrass Musik, wie sie seit ihrer Gründung gespielt wird zugelassen. Wenn sie nicht genau so gespielt wird wie von Monroe, Flatt und Scruggs oder den Stanley Brothers, dann ist es nicht Traditioneller Bluegrass.
Zeitgenössisch:
Zeitgenössisch bezeichne ich als eine kleine Modernisierung gegenüber dem traditionellen. Die Urform wird beibehalten aber mit modernen, populären Songs vermischt. z.B. von Ricky Skaggs, Nitty Gritty Dirt Band usw.
Progressiv: Diese Spielart ist eher eine Improvision mit Bluegrass. Bezeichnend als Newgrass, Jamgrass, Twang oder wie man sie noch nennt. Diese Art kreuzt Rock, Jazz oder Mainstream mit Bluegrass. Viele Künstler, Instrumentalisten, versuchen diese Art aus. z.B. Béla Fleck, Tony Trischka, auch Alison Krauss und die jungen Leute von Nickel Creek.

Bevorzugte Instrumente beim Bluegrass

                               
 Banjo (5-saitig), Mandoline, Gitarre, Fiddle, Bass, und Dobro

Klicke "Sound Off" an und du wirst hören wie Bluegrass Musik tönen kann.

Ein Instrumental Stück.
Abwechselnde Solis von Fiddle, Banjo, Mandoline, Banjo, Fiddle.

Zur Bluegrass Philosophie gehört auch die Einrichtung einer Jam Session. Bei jedem Festival kommen viele Musiker, die sich auf einem Parkplatz, Zeltplatz oder irgend in einer Ecke im Kreis versammeln, um dann gemeinsam zu musizieren. Auch Stars sind sich nicht zu fein, mit ihren Fans zu picken und ihnen Griffe und Techniken zu erklären und vorzuführen. Neid und Geheimnisse gib es nicht. Es geht Familiär zu und irgendwie fühlen sich alle Bluegrasser auf der Welt einander verbunden.
Ich hoffe, dass sich dies noch lange anhält.